Die Geburtsstunde des „Karnevalverein Neu Bamberg“ ist im Jahre 1964. Zuvor lag lange Zeit die Fastnacht in den Händen des Turn- und Sportvereins Neu-Bamberg, der jedoch 1963 in einen reinen Kegelclub umgewandelt wurde. Die Sitzungen des Turn- und Sportvereins wurden mit viel Herzblut und Phantasie im Sportlerheim abgehalten.

 

1963/64 bestand der Elferrat aus folgenden Mitgliedern:

Willi Laubenstein, Edgar Bremmer, Rolf Egartner, Hermann Schlamp, Wilfried Schaus, Walter Ramb, Horst Baumgärtner, Harald Böhmer, Karl Böhmer, Reiner Böhmer, Jakob Schmitt.

Die Kampagne 1963/64 wurde privat organisiert und der Reingewinn – in Höhe von 11,- DM pro Elferratsmitglied - wurde als Grundkapital für die Gründung des Karnevalverein eingesetzt. Jakob Schmitt verließ den Elferrat nach der Kampagne 1963/64. Somit sind 10 Gründungsmitglieder zu nennen.

 

Willi Laubenstein – Inhaber einer Metzgerei mit angeschlossener Gastwirtschaft – ist die zentrale Person in unserem ursprünglichen Vereinsleben. So wundert es nicht, dass die Gründung in der Wirtschaft von Willi Laubenstein stattfand. Natürlich auf Initiative von unserem Ehrenpräsidenten Willi Laubenstein.

 

Am 30. Dezember 1964 trafen sich folgende Vereinsmitglieder und legten die Termine der Session 1965 fest:

Willi Laubenstein sen., Wilfried Schaus, Hermann Schlamp, Walter Ramp, Karl Ahartinger, Edgar Bremmer, Rolf Egartner, Horst Baumgärtner, Harald Böhmer, Gerd Walter, Karl F. Lahr, Karl Mayer, Bernd Klaus Bergmann, Rolf Schloßstein, Georg und Ellen Brinken, Herbert Mirke.

 

Am 2. Februar 1965 wurde der erste Vorstand gewählt. Vorsitzender wurde Willi Laubenstein.

 

Die erste Fastnachts-Sitzung des Vereins wurde im "Saal Laubenstein" in der Kreuznacher Str. 3 in Neu Bamberg veranstaltet. Willi Laubenstein – der 1. Vorsitzende – stellte bereitwillig seinen "Saal" dem Karnevalsverein zur Verfügung. Die Neu-Bamberger „Saalfassenacht“ erreichte Ihren Höhepunkt und mit Stolz konnte man auf immer restlos ausverkaufte Sitzungen zurück blicken.

 

Die große Nachfrage begründete sich auch auf den hervorragenden Talenten, die in Einzel- oder Gruppendarbietungen die Narhalla zeitweise in ein Tollhaus zu verwandeln wussten. Da blieb kein Auge trocken. An dieser Stelle seien beispielsweise genannt: Willi Laubenstein sen., Richard Schloßstein (z.B. als Gemeindediener), Edgar Bremmer (in verschiedenen Rollen), oder aber „deeeeeeer BAAMBEIER SENDER“ - mit Neu-Bamberger Originalen, wie Wilfried "Unkel" Schauß, Hermann Schlamp, Edgar Bremmer, sowie Rolf Egartner oder Harald Böhmer.

 

Kultcharakter hatten auch die Auftritte von „Schorsch und Schorschi“ die von Edi Laubenstein und Edgar Bremmer und einige Jahre später ebenfalls von Edgar Bremmer und seinem neuem Partner Hermann Schlamp gekonnt und mit viel Lokalkolorit vorgetragen wurden.

Danach glänzten die beiden Letztgenannten mit den „Bäcker-Buben“. Bereits der Einmarsch, ohne auch nur ein Wort gesagt zu haben, nur mit Mimik und Haltung, war schon ein Schenkelklopfer und erreichten die Beiden erst die Bühne…… stand der Saal schon auf den Tischen…. Dass neben den Gardemädels auch junge Burschen  die Baambeier Fassenacht bereichern hat ebenfalls Tradition beim CMV. Bereits im Saal und auch später in der Raugrafenhalle  zeigte die junge   Turnriege „ die Schnorreswackler“  spektakuläres und lustiges  am Boden und in der Luft. Nicht selten war man an die damalige Kultsendung „ Salto Mortale“ erinnert. Heute undenkbar, aber in der damaligen Zeit noch mit viel Herzblut und Freude vollzogen , wurde im CMV jedes Jahr ein Fassenachtsumzug  veranstaltet, bei dem alle Ortsvereine mitwirkten und auch zum Teil superschöne Motivwagen auf die Gassen zauberten. Was an einem solchen Sonntag so alles an „ Geschichtscher und Stickelcher“ passierte hätte locker für eine abendfüllende Kappensitzung ausgereicht.

 

Zunächst war man bei den Veranstaltungen auf benachbarte und befreundete Musikkapellen angewiesen, die sich dankenswerter Weise gerne bereiterklärten. An erster Stelle seien hier die Frei-Laubersheimer um Oswald „Ossi“ Stumpf erwähnt.

 

Wilfried Schmid gründete im Jahre 1966 in Neu Bamberg einen Fanfarenzug, der sich dem Karnevalverein anschloss. Um die Interessen des Fanfarenzuges im Vorstand vertreten zu könne, wurde am 24. Oktober 1966 Wilfried Schmid als ständiger Vertreter in den Vorstand gewählt.

 

Der erste „inoffizielle“ Auftritt datiert auf den 11.11.1966. Ein fröhlicher Unterhaltungsabend wurde musikalisch umrahmt. Und als Zeichen der Dankbarkeit schenkte Walter Ramp dem jungen Fanfarenzug einen Tambourstab.

 

Offiziell trat der Fanfarenzug dann am 21. Januar 1967 das erste Mal anlässlich der Kappensitzung auf. Dirigent war damals Friedel Franz. Mit großer Bewunderung und Anerkennung wurde das gekonnte Aufspielen der Gruppe belohnt. Stabführer war seinerzeit Ernst-Wilhelm Schaus.

 

Schließlich war der Fanfarenzug 1968 in der Lage ein erstes Freundschaftstreffen der Spielmanns- und Fanfarenzüge zu organisieren. Beim bunten Abend am 6. Juli 1968 wirkten in der geschmückten und gut besuchten Reithalle folgende Gruppen mit:

MGV Neu Bamberg mit Schülerchor, der Spielmannszug Frei-Laubersheim, die Fanfarenzüge aus Nieder Olm, DRK Alzey, Neu-Bamberg und die Kunstkraftsportgruppe Feilbingert.

Den musikalischen Rahmen übernahmen die bekannten „Oberkrainer“.

 

An dem Festzug und dem anschließenden Freundschaftsspielen beteiligten sich am 7. Juli 1968 Spielmanns- und Fanfarenzüge aus Frei-Laubersheim, Dorsheim, Planig, Bechtolsheim, Alzey, Wallhausen, St. Alban und Fürfeld.

 

Durch interne Meinungsverschiedenheiten kam es zum Bruch. Am 11. Juni 1969 löste sich der Fanfarenzug Neu Bamberg auf.

Der damalige Sitzungspräsident Ernst Dengler musste nun wieder auf fremde Hilfe zurückgreifen, auf die benachbarten Frei-Laubersheimer.

 

Willi Laubenstein jun. und Walter Gimbel ergriffen 1972 die Initiative und begründeten den neuen Zusammenschluss der Musikfreunde. Das Dirigat führte Hans Henkel. 

 

Mitte der 70er Jahre wurde der Verein umbenannt in Karnevalverein - Fanfarenzug Neu-Bamberg. 1975 wurde dann für den neuen Fanfarenzug eine Uniform angeschafft. 1981 wurde der Verein nochmals umbenannt in "Spielmanns- und Fanfarenzug Neu-Bamberg e.V" - kurz SFZ Neu-Bamberg, was auch den Vorteil bot die Gemeinnützigkeit des Vereines zu erlangen.

 

Im Mai 1978 wurde ein großes Fanfarenfest ausgerichtet. Sieben Fanfarenzüge und die Trachtenkapelle aus Obereschach begeisterten das Publikum in einem eigens dafür aufgebautem Zelt.

 

Nun begann für den Fanfarenzug eine sehr gute Zeit seit dem Bestehen. Auf etlichen  Meisterschaften konnte man Medaillen mit nach Hause nehmen - und auch eine Deutsche Meisterschaft gewinnen. Außerdem erfreuten die Musiker auf vielen Veranstaltungen mit ihrem gekonnten Aufspielen.

 

Mit dem Aufschwung des Fanfarenzuges musste man leider auch eine für unseren Verein ganz traurige Gegebenheit hinnehmen: der Saal Laubenstein wurde aus bautechnischen Gründen 1979 geschlossen - aus und vorbei mit der Saalfassenacht, in dem für den Verein so historischem Anwesen. 

Die im Bau befindliche Raugrafenhalle konnte erst 1981 bezogen werden und so musste notgedrungen zwei Jahre "Fassenacht light" dem Publikum angeboten werden. Im heutigen Vereinsraum wurden dann kleine, aber feinen Veranstaltungen durchgeführt. Gerade mal 80 Besucher fanden Platz. Auch hier zeigte sich der Einfallsreichtum des damaligen Vorstandes und Elferrates.

 

1981 war es dann endlich soweit: Der SFZ konnten erstmals in der neuen Halle „unsere“ Fassenacht veranstalten. 400 Gäste zu begrüßen, das darf stolz als weiteres Highlight berichtet werden.

Nervös aber voller Vorfreude, aufgeregt und konzentriert, ging es an die Sache und es wurde ein Bombenerfolg. Die Sitzung mit Präsident Manfred Laubenstein war ein Knaller, nicht zuletzt durch den Regisseur Michael Schmidt, der sich für einige Auftritte verantwortlich zeigte - und auch selbst einen geschliffenen Vortrag hielt. 

 

Unter der Regie und genauen Beobachtung des Elferrates wurden und werden alljährlich die neuen Programme unter einem ausgewählten Motto geformt, vorbereitet und dargeboten. Eine große Bereicherung für Neu-Bamberg - und die Neu-Bamberger sind richtig stolz darauf.

 

1983 wird der Fanfarenzug in Deidesheim Landesmeister und 1984 kehrt man mit einem dritten Platz von den Deutschen Meisterschaften zurück.

 

Auf Weinfesten in der nahen und fernen Umgebung – selbst bei der 2000-Jahr-Feier der Stadt Augsburg - wurde unter Leitung von Karl Peter Gimbel der historische „Stiefeltrunk“ aufgeführt. Das Publikum staunte nicht nur über die gekonnte Vorführung des Stückes, es war auch eine hervorragende Werbung für Neu-Bamberg und den gesamten Verein.

 

Während die Fastnacht in Neu-Bamberg immer angesehener und beliebter wurde, hatte man die Zeichen der Zeit beim Fanfarenzug nicht vollumfänglich erkannt. Es fehlte das konsequente Heranführen an die Notenlehre. Als Folge blieben Auftritte aus und auch der Nachwuchs.

 

Im Jahr 1991 entschloss sich der Verein – geleitet vom 1. Vorsitzenden Arno Baumgärtner - einen Musikzug zu gründen. Große Unterstützung erhielt der Vorsitzende von Walter Gimbel und Markus Müller. Dieser Weg wurde dann auch konsequent eingeschlagen.

Manfred Lahm aus Eckelsheim stand als Dirigent und Ausbilder zur Verfügung. In dieser neuen Konstellation wurden dann auch alsbald erste Erfolge erkennbar: Auftritte in der Kirche und an der Kerb. Das begeisterte Publikum bestärkte die Vereinsführung, das Richtige getan zu haben. Ein prominenter Unterstützer der neuen Linie war unser Ehrenvorsitzender Willi Laubenstein. Anlässlich seines 80. Geburtstages wurde mit dem Gesamtverein ein großes Ständchen dargeboten. Leider war es das letzte Mal ihm so eine große Ehre und Freude breiten zu können.

 

1994 wurde Markus Müller zum 1. Vorsitzende des CMV gewählt. „Gemeinsam Spaß haben und gemeinsam etwas erreichen“, das ist ihm sehr wichtig. 

In seine Amtszeit fallen weitere Höhepunkte des Vereins, sowohl karnevalistische, als auch musikalische.

 

Per Satzung zum 31.12.1994 wurde der SFZ in den CMV umbenannt.

 

2006 konnte man mit Armin Klamt einen erstklassigen und verlässlichen Elferratspräsidenten gewinnen, der es bis heute versteht "Brücken zu schlagen" und das Flaggschiff Fastnacht immer auf Kurs zu halten und alle Abteilungen gleichermaßen zu fordern und zu fördern. Unter Armin Klamt konnte der CMV sein Niveau festigen und stetig weiter steigern. 

 

Mit der Verpflichtung von Alexander Mitesser als Dirigent und Ausbilder im Jahre 2004  machte der Verein einen weiteren großen Sprung. 

Besonders der Nachwuchs liegt Alexander Mitesser am Herzen. Die Ausbildung im CMV gilt als vorbildlich. Dies spiegelt sich auch an der Größe unseres Musikzuges und des Jugendorchesters wider.

 

Einen besonderen Höhepunkt des Vereins durften wir im Sommer 2010 erleben. Mit über 100 Musikern – kommend aus den Vereinen Erbes-Büdesheim, Dittelsheim-Hessloch und Neu-Bamberg, veranstaltete man an drei verschiedenen Lokationen ein viel beachtetes Konzert, auch auf der Burgruine in Neu-Bamberg mit mehr als 600 Besuchern. Das Konzert war nicht nur restlos ausverkauft, sondern das Publikum bejubelte das von Alexander Mittesser geleitete musikalische Programm. Insgesamt besuchten die drei Großkonzerte mehr als 1.200 Zuhörer.

 

Ein weiteres Standbein des Vereins ist seit vielen Jahren das Neu Bamberger Burgfest. In den 80er und 90er Jahren - noch gemeinsam mit dem DRK Neu-Bamberg ausgetragen - wird es heute in Eigenregie alle zwei Jahre veranstaltet. Was am Anfang ein Fest für Neu-Bamberg war ist mittlerweile eine überregionale Veranstaltung geworden, die Tausende von Besuchern auf die Burgruine lockt. Immer am  letzten Juni-Wochenende findet das traditionelle Burgfest mit mittelalterlichem Markt statt.

 

Kontinuität zeigt sich auch in der Besetzung des Vorstandes des CMV. Dies ist ein deutliches Zeichen für ein gutes Miteinander und den guten Willen gemeinsam im Sinne des Vereins zu handeln. Hier ist etwas zusammen gewachsen, was zusammen gehört. Und was Allen bis heute auch sehr viel Spaß bereitet.

 

Gerne erinnern wir uns – mit großer Hochachtung - an den Gründer unseres Vereins - unseren Ehrenvorsitzenden und Gönner - Herrn Willi Laubenstein sen.

 

 

Bisherige 1. Vorsitzende:

Willi Laubenstein

Ernst Dengler

Walter Gimbel

Rolf Egartner

Dieter Germann

Manfred Laubenstein

Arno Baumgärtner

Markus Müller

 

 

Bisherige Sitzungspräsidenten:

Willi Laubenstein

Ernst Dengler

Edi Laubenstein

Rolf Egartner

Michael Schmitt

Manfred Laubenstein

Arno Baumgärtner

Roland Klamt

Armin Klamt

 

 

Bisherige Dirigenten:

Friedel Franz

Heinz Holderbaum

Hans Henkel

Werner Lehmann

Volker Serrer

Otto Maatz

Manfred Lahm

Alexander Mitesser

   

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